Vorlesung: 42211 Die Macht der Ideen – Politische Denker*innen in Zeiten der Krise - Details

Vorlesung: 42211 Die Macht der Ideen – Politische Denker*innen in Zeiten der Krise - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Vorlesung: 42211 Die Macht der Ideen – Politische Denker*innen in Zeiten der Krise
Untertitel
Veranstaltungsnummer 42211
Semester WiSe 24/25
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 95
erwartete Teilnehmendenanzahl 150
Heimat-Einrichtung Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Politische Theorie
Veranstaltungstyp Vorlesung in der Kategorie Lehre (mit Prüfung)
Erster Termin Dienstag, 15.10.2024 16:00 - 18:00 Uhr, Ort: (PHIL) HS 2
Art/Form
Lernorganisation
Die Vorlesung wird von einem Tutorium begleitet (Termine werden in Kürze bekannt gegeben).
SWS
2
Literatur
Empfohlene Literatur zur Einführung:

• Koselleck, Reinhart (2023): Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt, 14. Aufl., Berlin: Suhrkamp.
• Mittelweg 36: Politische Theorie in der Krise (2016).
• Ottmann, Henning (2001-2012): Geschichte des politischen Denkens, 9 Bände, Stuttgart: J. B. Metzler.
• Salzborn, Samuel (2014): Kampf der politischen Ideen, Baden-Baden: Nomos.
• Strauss, Leo/Cropsey, Joseph (1972): History of Political Philosophy, Chicago: U of Chicago P.
Qualifikationsziele
Die Veranstaltung geht von aktuellen Problemen und Krisenphänomenen etwa auf Feldern des Populismus und Extremismus, der Europa-, Migrations- und Sozialpolitik sowie der internationalen Beziehungen aus und stellt in diesem Zusammenhang wichtige Beiträge von politischen Denkerinnen und Denkern vor. Die Hörer*innen der Vorlesung beziehen neben einem fundierten inhaltlichen Überblick über das breite Spektrum an politischen Ideen und Theorien der (europäischen) Geschichte und Gegenwart eine substantielle Vertiefung des politik- und staatswissenschaftlichen Teilgebiets Politische Theorie und erhalten Anregungen für das innovative, lösungsorientierte Arbeiten mit politiktheoretischen Ansätzen jenseits von Polemik und destruktiver Polarisierung. Die Studierenden erhalten zudem spezifische Einsichten über Gegenstände, Funktionen sowie die konstitutive Pluralität politischer Ideen und können Autor*innen bzw. Texte und Argumentationsweisen in ihren Entstehungskontext einordnen. Sie erwerben überdies erste Einblicke in die Analyse- und Problemlösungskapazitäten politiktheoretischer Zugänge und Konzeptionen.
ECTS-Punkte
5

Räume und Zeiten

(PHIL) HS 2
Dienstag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (15x)
(PHIL) HS 1
Donnerstag, 20.02.2025 10:30 - 11:30

Studienbereiche

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Die Politische Ideengeschichte bildet gleichermaßen Archiv und Arsenal für theoretische Ansätze und Argumente im Rahmen der Staats- und Politikwissenschaft. Entgegen der Perspektive der klassischen Politischen Philosophie, die eher von oben herab handlungsleitende Konzepte der besten, gerechten Ordnung sowie der Legitimation von Herrschaft und Entscheidungsverfahren aufzustellen beansprucht (und sich daher nicht selten mit dem Vorwurf der Realitätsferne konfrontiert sieht), versteht die zeitgenössische Politische Theorie die Urheber*innen von politischen Ideen nicht mehr als Vertreter*innen einer überzeitlichen Wahrheit und Autorität. Stattdessen wird klar, dass politische Ideen und Theorien historisch stets als Beitrag zur Lösung realer politischer Probleme, Stellungnahmen in Kontroversen und Konflikten sowie nicht zuletzt zur Überwindung wahrgenommener Krisensituationen entstanden sind.

Die eigentliche Macht der politischen Ideen liegt somit weniger darin, das Zusammenleben der Menschen allgemein verbindlich analysieren und organisieren zu können, sondern innerhalb von akuten Streitfragen und politischen Herausforderungen wertvolle Diskussionsbeiträge zu liefern, die aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt haben. Dazu gilt es einerseits, politische Theorien und Ideen in ihrem jeweiligen geschichtlichen Entstehungskontext zu rekonstruieren, um vor diesem Hintergrund ihre aktuelle politische Relevanz erst einschätzen zu können. Andererseits ist ebenso die Gefahr zu registrieren, dass politische Ideen und Argumente aus der Geschichte für antidemokratische, extremistische und menschenfeindliche Projekte in der Gegenwart instrumentalisiert werden. Wenn eine Gesellschaft verlernt, sich konstruktiv mit dem vorhandenen Fundus an politischen Ideen auseinandersetzen, geraten diese mitnichten in Vergessenheit, sondern entfalten nur umso leichter ein gefährliches, destruktives Potenzial.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Zeitgesteuerte Anmeldung: Vorlesung Politische Theorie".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Die Anmeldung ist möglich von 01.09.2024, 08:00 bis 31.10.2024, 23:59.