Hybride LV
Auch im WS 2021/22 wäre es unmöglich, Studierende, die entweder selbst einer Risikogruppe angehören oder mit derartigen Personen zusammenleben oder auch aus anderen Gründen nicht in Präsenz teilnehmen können, von Lehrveranstaltungen auszuschließen. Darum wird das PS 48792 im WS 2021/22 hybrid angeboten. D.h. wer es einrichten kann (es gilt die 3G-Regel!), ist herzlich eingeladen, das Seminar persönlich zu besuchen. Für alle anderen wird es die Möglichkeit geben, per Zoom-Link an den Sitzungen teilzunehmen.
Grundsätzliches
Das PS 48792 kann im neuen BA SW (2018) als Teil 2 der Portfolioprüfung Politikwissenschaftliche Methoden in der Anwendung absolviert werden (ggf. im Ablauf auch vor Teil 1 = quantitative Methoden).
Für den alten BA SW (2010) und alle anderen BA-Studiengänge ist sie ein qualitativer Bestandeil des Prüfungsmoduls "Quantitative Methodenlehre/Qualitative Methodenlehre". Die genaue Zuordnung sowie die Prüfungsnummer entnehmen Sie bitte den #Studienbereichen!
Organisatorisches
Das PS 48792 wird wie im Sommersemester als Webinar überwiegend asynchron, teilweise aber auch synchron (Zoom) angeboten. Nur die Zoomtermine finden mittwochs von 10–10:30 h statt.
In den asynchronen Teilen hat es sich im Sommer 2020 bewährt, Ihnen Fachtexte mit klar strukturierten Aufgabenstellungen an die Hand zu geben. Sie sollen zu den Texten als gesamte Seminargruppe kollektive Exzerpte anfertigen. Die dafür notwendigen deliberativen Abstimmungs- und Aushandlungsprozesse helfen Ihnen Ihre Teamkompetenzen weiterzuentwickeln.
Parallel zu diesen großen gemeinsamen Aufgaben werden randomisiert (je nach Anzahl der Teilnehmenden) Kleingruppen gebildet (4–5 Personen). In diesen Arbeitsgruppen (AGs) gibt es zwei weitere Aufgabenstellungen.
Zum einen entwickelt jede AG eine eigene Identität (Name, Regeln, Sanktionen bei Zuwiderhandlung, etc.). Außerdem werden in den AGs kleine qualitative Forschungsprojekte – von der Forschungsfrage, über die Theorie bis zum methodischen Design – entwickelt und anschließend umgesetzt. Je mehr Sie davon arbeitsteilig in der Seminarphase während der Vorlseungszeit (bis 13. Februar 2021) umsetzen, umso einfacher dürfte es Ihnen fallen, den Forschungsprozess festzuhalten.
BA SW (2018) müssen dazu ein Forschungstagebuch führen und erst nach dem zweiten Teil der beiden methodischen Proseminare eine gemeinsame Hausarbeit über beide Proseminare anfertigen (≤ 40.000 Zeichen). Alle anderen Teilnehmenden schreiben – wie immer – eine kleine individuelle Seminararbeit (≤ 28.000 Zeichen).
Wie Sie sehen schließen die unterschiedlichen Prüfungsvoraussetzungen es aus, dass Sie gemeinsame Hausarbeiten abgeben können oder müssen (je nach Perspektive).
Zur Verankerung der Methoden und zur Entwicklung der Forschungsdesigns erwies es sich im Sommersemester als sinnvoll, in Referatsgruppen, die nicht identisch mit den AGs sein sollen, um das Methodenwissen möglichst weit zwischen den AGs zu streuen, anstelle von Referaten so genannte
Pecha Kucha – als PPT-Präsentationen mit Tonspuren – aufzunehmen. Das notwendige Know-How wird im Webinar ebenfalls vermittelt.
Pecha Kucha sind eine innovative Präsentationsform aus Japan, bei der 20 Bilder in einer automatischen Sequenz von jeweils 20 Sekunden gezeigt und besprochen werden. Daher dauert ein (echtes) Pecha Kucha immer exakt 6:40 Minuten. Beispiele aus zwei Seminaren aus dem SoSe 2020 werden zu Ihrer Orientierung derzeit über UniVideo Passau für Sie verfügbar gemacht.
Die Erledigung der Aufgaben in den AGs und Referatsgruppen übernehmen Sie bitte in Eigenregie. Sollten dabei jedoch Risken oder Nebenwirkungen auftreten, die bei Gruppenarbeiten leider nie völlig auszuschließen sind, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll und vor allem rechtzeitig an mich. Damit ich die Chance habe gegenzusteuern, noch bevor die Situation eskaliert.
Inhalte und Ziele
Ich empfehle Ihnen, inhaltliche Themen und Fragestellungen aus früheren oder parallelen Lehrveranstaltungen zu entlehnen oder sogar der eigenen späteren BA-Arbeit vorzugreifen. Das erleichtert Ihnen den Zugang und schafft Synergien zwischen inhaltlichen und empirischen Lehrveranstaltungen.
Das Pro-Webinar vermittelt einen Überblick über relevante Methoden der Erhebung und der Auswertung qualitativer Daten. Dies kann immer nur ein Ausschnitt aus dem breit ausdifferenzierten qualiativen Methodenspektrum sein. Doch sobald Sie die Grundlagen kennen, wird es leichter, weitere Techniken und Anwendungen epistemologisch zu verorten sowie praktisch anzuwenden.
Folgende Themen werden behandelt: (A) Wissenschaftstheoretische Grundlagen (Bedeutung und Arten von Theorien, Forschungsdesigns und Materialarten, wissenschaftliche Qualitätsstandards), (B) Formen qualitativer Datenerhebung (Interviews, Gruppendiskussion, Beobachtung, Experimente und deren Transkription) sowie (C) eine Auswahl qualitativer Auswertungstechniken (Inhaltsanalyse, Grounded Theory, objektive Hermeneutik und dokumentarische Methode).
Angelehnt an den
pragmatischen Ansatz des US-amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey (1859–1952) lernt man am besten in learning by doing settings. Die von Pädagogen gelegentlich auch scherzhaft als "learning by dewey-ing" bezeichnet werden.
Das trifft in besonderer Weise auch auf qualitative Forschungsmethoden zu (vgl.
Przyborski/Wohlrab-Sahr 2019: 119 f.). Nutzen Sie daher die Chance, sich in Teamarbeit und durch eigene Erfahrung in einem betreuten Lehrforschungsprojekt Grundkenntnisse verschiedener qualitativer Erhebungs- und Auswertungsverfahren anzueignen!